Nach 39 Jahren steppt in Stemwede immer noch der Punk

Seit 39 Jahren zieht es Musik- und Festivalfans jährlich zum Stemweder Open Air Festival. In diesem Jahr fand es am 14. und 15. August statt. Organisiert und veranstaltet wird das Festival jährlich vom Verein für Jugend, Freizeit und Kultur in Stemwede e.V., welcher 1974 als ehrenamtliche Initiative von engagierten jungen Leuten gegründet worden ist. Insgesamt wird das Festival von bis zu 300 ehrenamtlichen Helfern unterstützt und organisiert. Alles für den guten Zweck, denn alle Einnahmen fließen in die Jugendhilfe des Vereins sowie die Organisationskosten des Stemweder Open Air Festivals ein. Es zeichnet sich zwar mit umsonst und draußen aus – aber um die Nebenkosten kommt auch der Veranstalter nicht herum. Daher werden unter anderem seit einigen Jahren Park- und Zeltgebühren sowie Müllpfand erhoben. Wobei der Müllpfand bei Abgabe eines vollen Müllsacks an den Besucher zurückgezahlt wird.

Auf dem Festivalgelände befinden sich insgesamt drei Bühnen, ein Partyzelt, Merch- und Infostände sowie Imbiss- und Getränkebuden. Kulinarisch ist im Prinzip für jeden etwas dabei. Von der Bratwurst bis hin zur veganen Küche.

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Die Hauptbühnen tragen gemäß dem Standort die Namen Wiesen- und Waldbühne. Direkt neben der Wiesenbühne befindet sich das Sonnensystem. Hier traten eher kleinere Acts auf. Wir konnten vermehrt Solo-Künstler oder DJs an dieser Stelle beobachten. Das Besondere am Sonnensystem sind die an Holzstämmen befestigten Sonnensegel. Hier kann der Festival-Besucher unter anderem mit einem Heiß- oder Warmgetränk den angenehmen Tönen eines Künstlers mit Akustikgitarre lauschen. Ganz entspannt im schattigen Schutz der Windsegel.

Panorama Sonnensystem

 

Technisch betreut und aufgebaut wurden die Hauptbühnen von der Firma Welzel aus Bramsche. In diesem Jahr traten Acts wie Ohrbooten, From Wilows, Skampida, Feine Sahne Fischfilet, Swiss + Die Anderen, Sexto Sol, Iron Walrus und viele mehr auf. Backstage sind wir auf einige der Künstler getroffen und mussten heraus finden, dass alle nicht nur derbe auf der Bühne rocken sondern auch hinter den Kulissen freundlich und zuvorkommend sind. Unter anderem trafen sich die Osnabrücker Metaller Iron Walrus mit unserer Reporterin Julia zum Interview. Schlagzeuger Schnalli ist auch bekannt als der Betreiber des Bastard Club in Osnabrück und trommelt zudem bei Dampfmaschine. Frontmann Sven Aufermann betreibt die Heimlich-Cocktailbar ebenfalls in Osnabrück.

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Musikalisch wurde dem Festival-Besucher eine gute Mischung geboten: Metall, Punk, Reggea, Hip-Hop, Ska, Rock bis hin zu Electro und Pop. Die Headliner waren optimal gewählt. Leider kommt es hin und wieder vor, dass eine Band aus privaten Gründen ihren Auftritt absagen muss. Aus diesem Grund sind The Colts beim Stemweder Open Air für Kmpfsprt eingesprungen. Eine klasse Geste und super Ersatz.

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Am ersten Abend brachten die Ohrbooten das Publikum zu einer Art Hip-Hop-Reggea zum Kochen. Natürlich spielten sie auch ihren bekanntesten Hit „An alle Ladies“. Den zweiten Abend verkündeten Feine Sahne Fischfilet mittels Punkrock, das sie „komplett im Arsch“ seien. Und spätestens an diesem Zeitpunkt war klar: Auch nach 39 Jahren steppt in Stemwede immer noch der Punk.

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