Amy Mac Donald begeistert in der Emslandhalle Lingen

Die Emslandhalle in Lingen hat sich in letzter Zeit durch diverse Konzerte und Veranstaltungen hervorgetan, die man in einer Stadt der Größenordnung wie sie Lingen nun mal ist, nicht unbedingt verortet hätte.

An diesem Sonntag machte nun auch die schottische Neocountry Sängerin Amy Mac Donald Station im Städtchen an der Ems und präsentierte der leider bei weiten nicht ausverkauften Halle ihre jüngst erschienenes Album „Under Stars“.

Eröffnet wurde der Abend vom britischen Singer/Songwriter Newton Faulkner, der sich vor allem durch sein wahnwitziges Gitarrenspiel bzw. seine ungewöhnliche Anschlags und Zupftechnik einen Namen gemacht hat.Die gute halbe Stunde mit Mr. Faulkner verging wie im Flug und als letzten Song spielte der Sympathikus eine irrwitzige Coverversion des inzwischen machmal zu oft gehörten Queen Klassikers „Bohemian Rhapsody“ nur auf einer (sic!) Gitarre.Der Brite nahm sich nach der Show Zeit, um am Merchtable Cd`s zu signieren und einfach mit dem Auditorium zu quatschen.

Gerne mehr davon !

Nach einer kurzen Umbaupause eröffnete Amy Mac Donald ihr Set mit dem Titeltrack des jüngsten Albums. Untermalt von einer dezenten, aber wunderbar passenden Lichtkulisse bot sie einen Querschnitt durch ihre 4 Alben.
Dabei fielen ein paar Dinge auf, auf die im Folgenden genauer eingegangen werden soll.
Zum einen ist Amy Mac Donald eine wirkliche gute Sängerin, nur war dieser Umstand, wenn sie mit kompletter Bandbegleitung spielte, bisweilen schwer hörbar.
Viel zu oft hat ihre Band sie einfach, so muss man es sagen , „weggedonnert“ und das durchaus nuanciertes Spiel damit ein Stück weit negiert.
„4th of July“ etwa, auf Platte ein ehr üppig instrumentiertes Stück wurde für die aktuelle Tour uminstrumentiert und wirklich „nackt“ gemacht. 
Mrs. Mac Donald konnte hier einmal beweisen, das ihre Stimme und nur ihre Stimme allein einen Song tragen kann.
Ein weitere, leider ebenfalls etwas nerviger Umstand war die Dramaturgie des Konzertes an sich. Es war alles lupenrein gespielt, klinisch sauber und wie schon erwähnt gut gesungen.
Aber eben nur das. Man ist geneigt zu sagen, „langweilig“, eine Tatsache, die allerdings daran festzumachen  ist, das sich viele Songs leider sehr ähneln.
Und zu guter Letzt sei das Lingener Publikum erwähnt.
Es ist nichts gegen eine Zuhörerschaft im eigentlichen Wortsinn einzuwenden, aber Lingen, echt jetzt ?
Mit einem derart lahmen Verhalten , selbst bei Hits wie „Mr. Rock`n Roll“ oder „This is the Life“ macht ihr Bielefeld den Ruf als langweiligste Konzertveranstaltungsstadt locker streitig.
Man erwartet von einem Publikum bei einem Amy Mac Donald Konzert ja keine Wall of Death oder einen Circle Pit, aber wenn der größte Ausdruck von Extase ein Kopfnicken sein soll, dann müssen wir echt mal reden.
Fazit : Eine lupenreine musikalische Darbietung einer charismatischen Sängerin, der bisweilen ein wenig zu unter dem Motto „Safety first“ stand .

Text: Thorsten Peistrup

Fotos: Steffen Gude