Donots Jahresabschlusskonzert (Zusatz) – Rosenhof Osnabrück – 29. Dezember 2017 – 800 Zuschauer (ausverkauft)

16 Jahresabschlusskonzerte haben die Donots schon in Osnabrück gespielt. Eine spontane Idee, die während des Abbruchs des Maiwochenkonzerts entstanden ist. Viele Besucher sind Wiederholungstäter und wissen, was sie erwartet. Kann eine Band immer wieder etwas Neues bieten? Die Donots können es! Innerhalb von 30 Minuten ist das eigentliche JAK ausverkauft. Wie schon in den Jahren zuvor, gibt es dann für das Zusatzkonzert auch keine Abendkasse.

Singer/Songwriter Joe McMahon wird biertrinkend zur Kenntnis genommen. Ob ein so ruhiger Support das Richtige für eine vor Energie strotzende Punkrockband ist, muss die Band selbst wissen. Ein Einheizer ist jedenfalls nicht nötig.

Gestartet wird mit „Ich mach nicht mehr mit“. Sänger Ingo Donot hat hier noch – total sinnlos – eine Kapuze auf. Bei der zweiten Strophe tropft der Schweiß aus seinen Haaren. Später erzählt er die Anekdote, dass sie vom Rosenhofteam mit den Worten empfangen worden sind, dass die Belüftungsanlage neu ist und es bei Torfrock schon gut funktioniert hätte. Daraufhin hätten sie alle einen Gin Tonic bekommen. Sänger Ingo lässt sich dadurch zu einem Titel für das nächste Livealbum inspirieren: „Torfrock kriegen ne Klimaanlage, die Donots kriegen Gin Tonic“. Das sind die Momente, die diese Band besonders machen, keine Ansage ist einstudiert, es wird rumgefrotzelt und Unfug erzählt.

Andererseits überraschen sie die feierwillige Menge gleich zu Beginn mit den Worten  „Habt Nachsicht mit uns wenn wir etwas neben uns stehen oder Textzeilen vergessen, wir haben gestern unseren Vater beerdigt.“ Trotzdem soll gefeiert werden bis das Dach zum Himmel abhebt, weil er das so gewollt hätte. Im Anschluss an diese Ansage folgt „Keiner kommt hier lebend raus“ – womit mal wieder ihre eigene Art von Humor bewiesen wäre.

Überhaupt wird die in zwei Wochen erscheinende Platte „Lauter als Bomben“ reichlich promotet. Zu „Gegenwindsurfen“ werden die Zuhörer vom Sänger quasi genötigt „Weltpremiere huh huh huh“ zu brüllen. Aber sie hätten sich in dem Moment auf jeglichen Unsinn eingelassen.

Bei der ersten Zugabe „Hansaring 2:10 Uhr“ stehen die Knollmann-Brüder allein mit einer Akustikgitarre plötzlich auf dem Tresen des Rosenhofs und beweisen, dass man als Punkband auch durchaus ruhige Momente authentisch rüberbringen kann. Danach – „Alles muss kaputt sein!“ – lässt sich Ingo durch den kompletten Saal tragen und versucht den Kronleuchter herunterzureißen. Glücklicherweise gelingt dies nicht.

Der letzte Song ist traditionell „So long“, die Setlist lässt wenig Wünsche offen, die neuen Songs werden adäquat abgefeiert und fügen sich nahtlos in die älteren ein. Somit beweisen die Donots mal wieder, dass sie eine wahnsinnig gute Live-Band sind, aber nie abgehoben oder unehrlich wirken.

Spätestens nächstes Jahr wieder.

Text Guido Kleimeyer

Fotos: Jan Rüter