Glory Comedy Night 2.0 – Rosenhof Osnabrück

Mit Dennis Grundt, Amjad, Jan von Weiden, Herr Schröder und Sven Bensmann als Moderator und Gastgeber.

Er ist ein Phänomen, dieser Sven Bensmann, mit 23 ist er nicht nur ein Kinderbuchautor, Sänger der Punkrock-Band Hi! Spencer, sondern auch Comedian. Da er in dieser Funktion in den letzten Jahren durch Deutschland getingelt ist und ihm viele andere talentierte Künstler über den Weg gelaufen sind, hat er im letzten Jahr zum erstem Mal das Konzept der „Glory Comedy Night“ umgesetzt. Jetzt also 2.0 mit vier neuen aufstrebenden Wegbegleitern.

Sven Bensmann sagt sich mit tiefer verstellter Stimme aus dem Off selbst an. Kommt von hinten rein – Knalleffekt – Auftritt gelungen! Nach ein paar Sticheleien gegenüber dem Publikum und seinen Heimatort Hagen a.T.W., holt er die Kartengewinnerin Jana auf die Bühne, die sich mit ihrer selbstbewussten Art und ihrem ausgefallenen Outfits als Glücksfall erweist.

Da der Gastgeber nur männliche Kollegen eingeladen hat, muss Jana stellvertretend für die weiblichen Comedians das Warm-Up bestreiten. Also sie liest Witze vor, die er ihr geschrieben hat. Klar, wer in diesem Spiel am besten davonkommt.

Dann folgt der Wahl-Hamburger Dennis Grundt, der seit 16 Jahren als Friseur arbeitet und zahlreiche Anekdoten zu erzählen hat. Beispielsweise, dass Kundinnen mit Fotos ihres Vorbildes zu ihm kommen und doch bitteschön genauso aussehen möchten. Eine Cindy Crawford aus Cindy aus Marzahn zaubern kann er allerdings auch nicht. Als diese Gags nicht so zünden, greift der 32jährige auf einen Standard zurück, der immer funktioniert: Furzwitze!

Als nächstes ist Amjad am Start. Der Palästinenser klärt über die Unterschiede der verschiedenen Lebensweisen auf und spart dabei nicht an Kritik am heimischen System. Danach wird über die deutsche Freundin gelästert. Allerdings kommt seine Schlussnummer am besten an: Donald-Duck-Stimmenimitation.

In der zweiten Hälfte des Abends braucht Jan von Weiden eine Zeit um das Publikum von sich zu überzeugen. Dies gelingt dem Synchronsprecher mit einer Jamie-Oliver-Parodie, mit der er ganz am Ende auch Sven Bensmann vertont.

Als letzter Gast tritt Herr Schröder auf. Der Deutschlehrer scheint seinen Beruf zu lieben, vor allem weil ihm seine Schüler die Comedynummern quasi frei Haus liefern. Mit viel Wortwitz erzählt der „Korrekturensohn“ über den deutschen Schulalltag aus dem „Choleriker-Zimmer“. Besonders gut kommen die Spitznamen der Lehrerkollegen an: Raclette-Rita (Die Speichelfäden in den Mundwinkeln sehen aus wie Raclette-Käse) und Trillerpfeiffen-Theo sind nur zwei Beispiele. Der Sportlehrer bekommt besonders viel Spott ab (Bildungsferne Spaßgurke aus der Turnhalle!).

Highlights des Abends sind allerdings immer wieder die Aktionen und Ansagen des Moderators. Mit Gewinnerin Jana macht er ein sehenswertes Selfie-Video, ständig zieht er eine Gruppe Borgloher auf, die mehr Zeit an der Theke als auf ihren Plätzen zu verbringen scheinen, und als er seine Bandkollegen Jan und Jannis auf die Bühne holt, folgt die Krönung eines gelungenen Abends. Da im Dudelradio einige Musikrichtungen untergehen, soll gezeigt werden, wie viel Potential in diesen stecken. So wird „Atemlos“ als Blues gespielt, „Das geht ab“ als Salsa und „der Holzmichel“ als baritones Kammerstück, bei dem auffällt, was für eine Wahnsinns-Stimme der 23-jährige hat. Dann noch der Pur-Partymix im Eminem-Style, und jeder im Saal wird sich bewusst, dass dies ein denkwürdiger Abend ist.

Als letztes wird noch mit allen Künstlern zusammen „Angels“ gesungen und die Zuhörer mit dem Versprechen in die Nacht entlassen, dass die nächste „Glory Comedy Night“ nicht mehr ein Jahr auf sich warten lassen wird. Dagegen hat niemand etwas einzuwenden. Das Format hat sich beim zweiten Mal schon etabliert. Sven Bensmann ist es längst.