Glory Comedy Night 

Rosenhof Osnabrück 3.12.2015

Mit schwulen Giraffen im Boogie Wunderland

Am 3.12 fand die erste „Glory Comedy Night“ im Rosenhof Osnabrück statt.

Präsentiert wurde der Abend von Hagener Lilalaunebär Sven Bensmann, der neben seiner Tätigkeit als Sänger von Hi!Spencer auch in Sachen Comedy schwer unterwegs ist. Unter anderem nahm er an diversen Talentwettbewerben des Quatsch Comedy Clubs teil und erreichte dort beachtliche Erfolge.

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Nach einem Videoeinspieler, der auf sehr amüsante Weise „Aktenzeichen XY“ parodierte, schwang sich der nach eigenen Angaben 120 Kilogramm wiegende Bensmann auf die Bühne, um das Publikum zu begrüßen und die Meute anzuheizen für den Abend.
4 Künstler hatten sich angesagt, um die circa 300 Anwesenden zu unterhalten und 3 von ihnen gelang das famos.
Jan von Weyde musste leider absagen, das er sich für Dreharbeiten in Afrika befand. Er grüßte per Videobotschaft, die aber eher pflichtbewusst als lustig daher kam.
Als erster betrat Simon Stäblein die Bühne und unterhielt prächtig mit Erzählungen über Avocados und deklinierte auch ein paar Schwulenklischees durch, die bei anderen meist nicht über Zoten und tuckige Witzchen hinweg reichen würde.
Stäblein aber verpasste dem Ganzen eine eigene, sehr erfrischende und saukomische Duftnote.
Nach einem kurzen Intermezzo mit Zuschauerin Felina, die Bensmann wiederholt auf dem Kieker hatte, unter anderem, weil sie die Karten gewonnen hatte und dafür schlechte Witze vorlesen musste, betrat der circa 1,60 Meter große Sertac Mutlu die Bühne.

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Zunächst in radebrechendem Deutsch als Klischeeausländer getarnt überraschte er auf einmal mit völlig anderem, akzentfreien Tonfall und sorgte mit diesem meisterhaften Twist für kollektives Gelächter.
Sertac darf auch als Highlight betrachtet werden, denn während bei anderen wie Bülent Ceylan oder Kaya Yanar das Klischee nach Klischee schmeckt so war es bei Mutlu anders und bei weitem nicht  so abgestanden wie in den Programmen der Zotenzombies.
Nach einer kurzen Pause, launig eingeleitet von Zuschauerin Felina, erklärte Bensmann warum die Veranstaltung „Glory Comedy Night“ heißt. Wer auf der Pause auf dem Klo war, weis was gemeint war…
Als nächste sprang für Jan von Weyde Thomas Schmidt  ein, der als Nerd daher kam, zumindest von seinem äußeren her. Aber wie so oft, blendete das den Zuschauer und auch hier waren die Lacher groß, als Schmidt von seinen Alltagstücken und Wg Erlebnissen erzählte.
Als letztes folgte Salim Samatou, der so muss man es leider sagen, keinen rechten Funken entfachen konnte.
Schnellsprechen und jeden, wirklich jeden Satz mit Wörtern wie „Champ“ oder „tight“ zu „veredeln“ reicht einfach nicht aus, um das Publikum zu unterhalten.
Am Ende, als Finale Grande holte sich Bensmann seine 2 Bandkollegen von Hi!Spencer, Jannis Petersmann und Jan Niermann auf die Bühne, um diverse Sangesgrößen zu parodieren und punktete dabei vor allem mit passgenauen Interpretationen von Tina Turner, Joe Coker und vor allem Enrique Iglesias, bei der er vor einer wirklich hübschen Zuschauerin, auf dem Rücken singend „Hero“ um besten gab. Grandios ! Bensmann traf wirklich die Töne und Manierismen der einzelnen Künstler und beweist einmal mehr, das Leuten wie ihm die Zukunft im Comedygenre gehört.

Ein toller Abend, der nach Wiederholung ruft. Aber das scheint beschlossene Sache zu sein.

Und was schwule Giraffen bedeuten ? Fragt mal Simon Stäblein. Und die Pausen Musik „Boogie Wonderland“ passte perfekt, obwohl der Rosenhof an diesem Abend eher das „Laughing Wonderland“ war.