Manfred Mann´s Earthband – Georgsmarienhütte Rosenhof On Tour

„What the hell is Georgsmarienhütte?“, werden sich Manfred Mann und seine Mannen gedacht haben. Dabei hat die Stahlstadt eine lange Tradition, was Rockmusik angeht. Selbst Fleetwood Mac haben schon die Waldbühne in Kloster Oesede besucht. Die Älteren werden sich erinnern. Wahrscheinlich waren auch einige Anwesende damals dabei.

Der Rosenhof gastiert drei Wochen in der Hüttenstadt und hat ein ausgezeichnetes Programm zusammengestellt. Auch sonst stimmt fast alles an diesem Abend: der Standort im Zentrum ist vorzüglich und verleitet die heranströmenden Menschen an diesem wunderschönen Sonntag abend auf dem Weg noch ein Eis oder eine Currywurst mitzunehmen oder gleich mit dem Fahrrad anzureisen. Auch die Art Rundzelt wird vielen noch aus Hydeparkzeiten bekannt vorkommen. Heute ist alles etwas professioneller, es gibt einen Essensstand und eine Garderobe, nur die Luft ist wahrscheinlich ähnlich schlecht, obwohl nur noch draußen geraucht wird.

Noch innerhalb des akademischen Viertels betritt die Band die Bühne. Gleich im ersten Song traut sich der Bandleader mit seinem Umhängekeyboard nach vorn. Das Reden übernimmt größtenteils Sänger Robert Hart – teilweise auf Deutsch. Auch das einzige Earthband-Urmitglied Gitarrist Mick Rogers übernimmt das Mikro für Ansagen und Gesang.

Die erste Hälfte des Konzerts bedient eher die Musikfreaks unter den Zuhörern. Hörenswerte Gitarren- und Keyboardsoli sorgen für Staunen und Szenenapplaus. Die größtenteils anwesenden Gelegenheitshörer erfreuen sich an dem T-Rex-Cover „Get It On“ und den gut bestückten Theken. Manchen ist es nach etwa einer Stunde zu viel des Gefrickels.

Die Reihen füllen sich dann schnell wieder im zweiten Teil, der quasi nur aus Hits besteht. Angefangen bei den beiden Bruce Springsteen-Coversongs „For You“ und „Blinded By The Light“, danach „Davy´s On The Road Again“ wird mitgesungen und mitgeklatscht. Der Bandleader bekommt wieder sein Keyboard umgeschnallt und hüpft vergnügt umher. Danach hat er sich so verausgabt, dass sein Sänger ihm Abkühlung mit einer Sprühflasche verschafft. Verabschiedung.

Nun verlangt die Menge nach mehr und bekommt mehr: „Shake Rock´n´Roll“ und „Do Wah Diddy“ nur mit Gitarre und Schlagzeug instrumentiert, trotzdem mitreißend aufgeführt. Auch Mick Rogers` Gesang kann sich hören lassen. Als Abschluss folgt – natürlich – „Mighty Quinn“. Es wird noch einmal alles aufgeboten, selbst „Sex Machine“ wird eingebaut.

Am Ende sind alle glücklich, die Band über das Publikum, die Musikkenner über soviel Können und der Rest über die Hits zum Mitsingen und die tolle Atmosphäre.