Hütte Rockt nullt

Kaiserwetter zum 10 jährigen 

Bislang, um mal bei Fußballmetaphern zu bleiben, zeichnete sich das Festival „Hütte Rockt“ ja eher durch Fritz Walter Wetter aus. Doch zum runden Jubiläum meinte es der Wettergott besonders gut und ließ bis auf ein kurzes Grummeln in der Nacht zum Sonntag, fünfe grade sein. Das Festival an sich, wird seit dem ersten Tag von einem stetig größer werdenden Pool an ehrenamtlichen Mitarbeitern organisiert, die in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen tätig sind.

Und mit welcher Liebe und Engagement die 2 Tage über die Bühne gehen, merkte man auch in den Aussagen der insgesamt 3800 Besucher. Mit wem man auch sprach, überall erhielt das Team um den ersten Vorsitzenden Marius Kleinheider ein Riesenlob. Es ist, und das muss an dieser Stelle einmal betont werden, keine Selbstverständlichkeit mehr, das kommerzielle Festivals von einer so großen Schar an Menschen betreut werden, die das alles tun, nur weil sie Spaß daran haben.

Am Freitag wurde das Festival von Marius Kleinheider und Georgsmarienhüttes Bürgermeister Ansgar Pohlmann mit dem obligatorischen Freibier eröffnet.

Als erste Band betraten The Girl with a Gun die Bretter und bespielten das leider noch eher leere Areal mit Rock`n Roll der groovenden Sorte.

Mick Baff hingegen zogen schon ein paar mehr Leute an und zeigten den Festivalbesuchern, das eben auch Hip Hop lastige Töne auf einem Rockfestival funktionieren können.

Als ein erstes Tageshighlight muss der Auftritt der Hütte Rockt Veteranen Hi! Spencer beziffert werden. Die Band um den charismatischen Frontmann Sven Bensmann zeigte in ihrem Set, dass auch viele neuer Stücke der am 15.9.2016 erscheinenden Ep „Über den Wolken“ beinhaltete, warum die Organisatoren sie auf eine recht späte Auftrittszeit (19.00) gelegt hatten.Der Frontmann der Band Jupiter Jones, Sven Lauer schaute sich das Konzert von der Bühne an und schien begeistert zu sein.Überhaupt empfahlen sich Hi! Spencer mit diesem Auftritt für größere Aufgaben. Keyboarder Jan Niermann wurde das ein oder andere Mal beobachtet, wie er ob der sensationellen Publikumsreaktionen ungläubig den Kopf schüttelte.

Liedfett setzten im Anschluss die Tradition des Festival fort, irgendwie immer einen Act dabei zu haben, den man weiträumig in die Kategorie Liedermacher einordnen kann. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.

Und eben diesen Spaß verbreiteten zum wiederholten Mal die Wohnraumhelden aus Hannnover/Linden, die in den Pausen der Hauptbühne auf ihrer Ape das Publikums bestens bei Laune hielten.

Es wurde langsam dunkel über dem Areal am Harderberg und das Publikum war bereit für den Headliner Jupiter Jones. Der Band, bei der es lange interessanter schien wie der neue Frontmann Sven Lauer, den wegen einer Angststörung ausgestiegenen Nicolas Müller ersetzen konnte. Die Antwort war im Grunde simpel. Denn Lauer drückte den Lieder seinen eigenen Stempel auf. Leider wollte der Funke in der ersten Hälfte nicht so recht auf die Besucher überspringen, denn wenn es mal vom Entertainment Faktor betrachtet, so bewegten Jupiter Jones eher das Gehirn als die Beine der Besucher.Texte, die immer irgendwie von einer feinen Melancholie durchsetzt sind, trafen auf ein Publikum, das allerdings beim Crowd Surfen (im wahrsten Wortsinn) von Lauer doch noch auf sein Wow Momente kam.Insgesamt ein runder Auftritt.

Die nachfolgenden Knallfrosch Elektro zerlegten dann als „Late Nite Special“ die Bühne mit einer Show zwischen Kindergeburtstag, Halligalli und Deichkind. Kann man nicht beschreiben, sollte man gesehen haben. Nach der Aftershowparty im Zelt ging es für die Besucher auf den sehr gut gefüllten Campingplatz.

Dort wurde bis in die frühe Morgenstunden weiter gefeiert.

Tag 1 ging somit zu Ende und war quasi nur der Vorbote eines Abrisses, wie ihn Hütte Rock noch nie erlebt hat.Doch dazu mehr im zweiten Teil des Berichts.

The best it yet to come….

See You in the Field.

Text: Thorsten Peistrup

Fotos: Julia Rissling