Mungo Jerry – Rosenhof Osnabrück – 18. Oktober 2016

„Don´t be serious!“ Punkt Acht steht Mungo Jerry auf der Bühne. Ray Dorset, das Gesicht der Band und einziges Urmitglied redet und macht erst mal ein wenig Quatsch, stimmt seine Gitarre, zieht seine Jacke aus und so weiter. Das Publikum ist irritiert. Was erwartet sie heute Abend? Um es vorweg zu nehmen: Blues, Rock und Entertainment!

In der ersten Hälfte dominiert der Bluesrock. Sauber von seiner Band begleitet, weiß Ray Dorset mit seinem Gitarrenspiel zu überzeugen, zudem spielt er Mundharmonika und singt natürlich und wenn nicht, grinst er von einem Ohr zum anderen, als würde es gar keinen anderen Gesichtsausdruck geben. Zwischendurch motiviert er immer wieder das Publikum mitzumachen. Gleich im ersten Song muss mitgesungen und -geklatscht werden. 

Unermüdlich animieriert er die Zuhörer. Gar nicht so einfach, denn das Durchschnittsalter liegt bei etwa 60 Jahren, es ist Dienstag und irgendjemand ist auf die grandiose Idee gekommen den Rosenhof mit Stühlen zu bestücken. Zwar lockern einige Stehtische mit Barhockern die Sache auf, aber die Leute sitzen.

Bei „Touch The Sky“ hat sich dieses Problem dann aber erledigt. Auch der letzte reckt seine Hände zum Himmel und folgt der Aufforderung doch nach vorne zu kommen. Ab diesem Moment gibt es dann auch kein Halten mehr und die jetzt deutlich rockigeren Songs werden entsprechend mitgefeiert. 

Der Überhit „In The Summertime“ wird an zentraler Stelle eingebaut und auch entsprechend zelebriert. Geschickt werden die Handyfilmer aufs Korn genommen:“… und morgen bei Facebook, Twitter …“ 

Im Zugabenteil spielt der Sänger nicht nur außerirdisch gut Gitarre, sondern auch Mundharmonika und Kazoo. Auch Ray Dorsets Mitstreiter an Bass, Keyboard und Schlagzeug dürfen zeigen, was sie so drauf haben und das ist so einiges. Die Stücke werden länger und wirklich alle Anwesenden müssen mitsingen. 

Nach zwei Stunden sind dann alle glücklich. Der gefeierte Sänger ist sich nicht zu schade direkt nach dem Konzert am Merchandising-Stand Rede und Antwort zu stehen, Autogramme zu geben und natürlich auf diversen Handybildschirmen zu erscheinen.

Was lernen wir aus diesem Abend? 

  1. Auch wer 50 Jahre auf Tour ist, kann noch mehr Feuer haben als einige Jungspunde, die meinen die Größten zu sein.
  2. Stühle sind bei einem Rockkonzert überflüssig!