Tag Vier vom „Rock Harz Open Air“ in Ballenstedt

Der vierte Tag vom „Rock Harz Open Air“ in Ballenstedt startete genauso sonnig wie die anderen Tage zuvor. Somit gehört es zu den Festivals, welche wegen diversen Unwettern nicht frühzeitig beendet werden mussten. Wir schließen daraus, dass Gott Metal liebt! Einzig allein am Freitag gab es einem kurzen Regenschauer von etwa 30 Minuten. Die meisten Besucher verließen das Event, in Sachsen-Anhalt, mit einem Sonnenbrand. Was soll’s? Hauptsache wir haben Spaß und saufen nicht im Regen ab.

Als Festivalwecker agierten am letzten Tag die „Rockdevilz“. Gegen kurz nach 11 Uhr betraten sie die Bühne um das Festivalfolk wach zu rocken. Dabei machten die Metaler nicht nur Gebrauch von eignen Songs, sondern coverten prompt den „Evergreen“ Hit „Eye of the Tiger“.

Direkt im Anschluss betraten die Finnen „Lost Society“ die Dark Stage. Vor Begeisterung servierten die Fans ihnen den ersten Circle Pit des Tages.

Der ein oder andere Fan scheute sich nicht davor, bei jeder Band in der ersten Reihe zu stehen. Zwei junge Frauen fielen uns dabei besonders auf. Sie zelteten auf dem Campingplatz direkt neben uns und standen immer in der ersten Reihe. Was ein Durchhaltevermögen! Kaddi und Jelka fieberten alle vier Festivaltage ganz vorne mit. Mädels ihr habt das Rock Harz dieses Jahr definitiv gerockt.

Anstelle der Band „Draconian“ eroberten „Winterstorm“ zur Mittagszeit die Rock Stage. Der Name ist Programm: Das Publikum tanzte euphorisch und feierte die Bayreuther gebührend. Einen besseren Ersatz hätte es unserer Meinung nach nicht geben können.

Bei Harpyie handelt es sich um eine Folk-Metal Band. Im Repertoire hatten sie neben E-Gitarre und Schlagzeug, unter anderem eine Violine und Drehleier. Bemerkenswert ist, deren Umsetzung das Publikum zum Tanzen und springen zu animieren. Ihre Texte sind deutsch und ihr Look düster. Sie bezeichnen ihre Darbietung selber als „Freakshow“.

Die Rammstein Coverband „Völkerball“ ist weit bekannt. Daraus entstand die Band „Heldmaschine“. Es ist somit unumstritten, dass deren Texte und Sound stark geprägt sind von „Rammstein“. Auch die Outfits und Show spiegeln dies wieder.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags heizten Bands wie „Omnium Gatherum“, „Tankard“ und „Gloryhammer“ dem Publikum ein. Für jeden war etwas dabei: Von finnischen melodischen Death Metal über Trash Metal bis hin zu Intergalactic Space Metal. Ab hier war klar, dass das „Rock Harz Open Air“ für jedermann etwas zu bieten hat.

Spätestens bei „Hämatom“ waren alle Festivalbesucher vor der Rock Stage. Doch die Metaler ließen ihre Fans ganze 15 Minuten warten. Die Wartezeit vertrieben diese sich damit nach Helga zu suchen. Unserer Meinung nach lieferten „Hämatom“ zwar einen guten Auftritt ab, jedoch empfinden wir es als unverschämt verspätet auf die Bühne zu kommen und seine Fans warten zu lassen. Trotz alldem wurde es ihnen verziehen. Ein Fan meinte im Gespräch mit uns, es sei ihm egal gewesen und die Band findet er einfach geil.

Die darauffolgenden Künstler wie „Finntroll“, „Ensiferum“ und „Sonata Arctica“ waren dafür pünktlich auf der Bühne.

Gegen 20:30 Uhr füllten sich besonders die ersten Reihen vor der Rock Stage mit Fans der finnischen Metal-Band „Children of Bodom“. Mit einem lauten „Hello Motherfuckers“ betraten sie die Bühne. Es bildeten sich mehrere Circle Pits im Publikum. Jene, welche nicht im Pit waren, moschten mit ihren langen Haaren. Einige von ihnen hatten mit hoher Wahrscheinlichkeit am Sonntag Nackenschmerzen. Aber dies nimmt ein echter Fan doch gerne in Kauf.

Aus Potsdam angereist und mit Mittelalter-Rock im Gepäck enterten „Subway to Sally“ um 21:45 die Dark Stage. Selbstverständlich feuerten sie Pyro-Effekte zur Untermalung der Bühnenshow ab. Neben neuen Songs wurden auch sehr viele alte Lieder geboten.

Die letzten drei Bands „Powerwolf, „Tanzwut“ und „Versengold“ rundeten das „Rock Harz Open Air“ ab. Sodass alle zufrieden waren nach vier starken Festivaltagen. Abschließend sind wir davon überzeugt, dass das „Rock Harz“ ein Besuch wert ist. Es zeichnet sich besonders durch Sauberkeit, kurze Wege, angemessene Preise und ein starkes Bühnenprogramm, speziell für Metalfans, aus.

 

Text: Julia Rissling

Fotos: André Havergo und Julia Rissling