Tüsn beim Popsalon Osnabrück 16.4.2016

Mit Konzepten ist das im Pop ja so ein Sache. Oftmals scheitern solche an der Lächerlichkeit, mit der sich die Protagonisten dem allzu starren Konzept verschrieben haben.

Im Falle von Tüsn, die im Rahmen der sehr lobenswerten Konzertreihe Popsalon in der Lagerhalle gastierten, geht die oftmals gewagte Rechnung zu 100 % auf.

Verdutzt blickt man auf die in massig Nebel getauchte Bühne und das Ambiente der Lagerhalle mit ihren Backsteinwänden tut ihr übriges , um der ganzen Inszenierung einen passenden Rahmen zu verleihen.

Die 3 Berliner, die vor kurzem ihr Debütalbum „Schuld“ veröffentlich haben, spielen sich durch ein energetisches Set und erinnern in ihrer Dramatik und ihrem Pathos bisweilen an Muse oder andere Theatraliker.

Ausgereifte Arrangements (Schlagzeug, Bass und Synthies) bilden zusammen mit der Stimme von Sänger Snöt einen Musikteppich zum reinlegen.

Auch wenn hier überwiegend dunkle Themen verhandelt werden (Schuld, Zwang, unerfüllte Liebe ) ist die Grundstimmung zwar nicht heiter und ausgelassen, aber doch grundlegend optimistisch.

Das Bühnenbild und die eigenwillige Garderobe des Frontmannes lassen ein wenig auf wohldosierten Größenwahn folgern, runden aber das sehr positive Gesamtbild passend ab.

Eine Band zum Verlieben, eine Band zum Schwelgen.

Eine Gitarre vermisst man zu keiner Zeit und während man so durch die kalte Nacht nach Hause stromert , wird einem ganz warm, warm von Zeilen wie „Tanzen ist Silber, Schweigen ist Gold“.

Text: Thorsten Peistrup

Fotos: Jan Rüter