Völlige Ekstase mit Zebrahead und Skindred im Skaters Palace

Zebrahead gepaart mit Skindred sind eine unschlagbare Kombination. Denn beide Bands erfreuen sich hier zu Lande großer Beliebtheit und verstehen sich unter einander ebenso gut. Dies vermag zu klären, weshalb beide derzeit gemeinsam auf Europa-Tour sind. Bemerkenswert ist, dass gerade kalifornische Bands wie Zebrahead häufig in Deutschland auftreten. Immerhin nehmen sie hierfür einen langen Weg auf sich. Dies war auch am 8. Dezember 2016 der Fall.

Im Vorprogramm animierten, die aus dem Südwesten Englands stammenden Sanguine das Publikum. Beim genaueren Betrachten viel auf, dass sie hier zu Lande noch relativ unbekannt sind. Dennoch schafften sie es die Fans zum Mittanzen zu animieren. Die Texte jedoch kannte kaum einer. Aber dies ist häufig der Grund für die Wahl der Vorband. Als Act vor einer erfolgreichen Band auftreten zu dürfen, fördert den Bekanntheitsgrad eines Musikers und ermöglicht es sich auch woanders mehr zu etablieren.

Nach dem Auftritt von Sanguine bebte der Skaters Palace getrieben vom Rufen der Menge nach Zebrahead. Lange mussten die Fans jedoch nicht warten: Es vergingen keine dreißig Minuten, dann stürmten die Amerikaner die Bühne. Alles tanzte und sang laut mit. Es entstanden mehrere Circle-Pits. Fast schon charakteristisch für Zebrahead-Konzerte sind die unzähligen Crowed-Surfer. Die Band selber animiert ihr Publikum dazu sich völlig zu verausgaben und eine wilde Punk-Pop-Rock Party zu schmeißen. Mit der Ansage „We are fucking Zebrahead, bitches!“, animierte Sänger Ali Tabatabaee die Menge zum hüpfen und mitklatschen. Darauf folgte der Song „Save your breathe“. Alles rastete aus. Mit im Gepäck hatten sie zudem zwei als Bierflaschen verkleidete Herren auf der Bühne, welche für Bierverkostung zuständig waren. Es bot sich ein buntes Bühnenbild. Zebrahead lieben Deutschland und deutsches Bier.

Nach einer kurzen Umbaupause betraten die bekennenden Waliser mit einer Mischung aus Ragga und Metal die Bühne. Wer spätestens jetzt nicht völlig schweißgebadet war machte irgendwas falsch. Das Publikum verfiel in Ekstase: tanzen, springen, wippen und laut mitsingen war nun angesagt. Skindred zeichnen sich nicht nur durch einen musikalischen Mix aus Ragga und Metal aus, das herausragende und wohl stärkste Merkmal verleiht der Band der Gesang von Benji Webbe. Seine Stimme ist geprägt von einem jamaikanischen Akzent gepaart mit Souleinflüssen bis hin zu rauchig-punkigen Tönen. Ein wahres Gesangstalent. Rap, melodischer Gesang und wütendes Grölen liefert er perfektioniert ab. Nach über einer Stunde Live-Show beendeten die Waliser ihren Auftritt mit ihrem wohl bekanntesten Song „Nobody“.

 

Text und Fotos: Julia Rissling