Seit mittlerweile zehn Jahren zieht es jährlich mehr als 30.000 musikbegeisterte Menschen nach Hamburg zum Reeperbahn-Festival. An vier Tagen finden an 70 Veranstaltungsorten etwa 600 Events statt. Es treten nationale und internationale Künstler auf. Der Musikliebhaber kommt hierbei voll auf seine Kosten. Mit ihrer bunten Kulisse ist die Reeperbahn perfekt geeignet für ein Festival. Beim betreten dieser berühmten Partymeile taucht der Besucher in eine andere Welt geprägt von bunten Lichtern, viel Musik und verschiedenen kulinarischen Angeboten ein.

Am Freitag gaben unter anderem die Band „Von Brücken“ ihr allererstes Konzert. Wir waren gespannt und schickten unsere Redakteurin Julia zur Reeperbahn. Doch bevor sie sich in Richtung des Clubs „Uebel und Gefährlich“ begab, war sie bei einigen anderen interessanten Konzerten für euch unterwegs.

Umfunktioniert zu einem Veranstaltungsort spielten gegen kurz nach 20 Uhr die Kanadier „The Crooked Brothers“ im St. Pauli Fanshop. Im Gepäck hatten sie eine geballte Ladung aus Folkrock.

Mitten auf der Reeperbahn befand sich eine Art Konzertbus. Eine recht erfrischende Art und Weise Konzerte auf kleinsten Raum stattfinden zu lassen. Hier spielte in regelmäßigen Abständen die Rockband „Bazzookas“. Es ist ein recht lustiges Unterfangen in einem Bus vollgestopft mit Besuchern zu spielen. Auf einen so kleinen Raum Party zu machen. Körper an Körper standen die Musikfans im Bus und brachten ihn zum Wackeln. „The Lytics“ ebenfalls aus Kanada brachten einen erfrischenden Mix aus HipHop und Soul mit ins Kukuun am Spielbudenplatz.

Um 22:40 Uhr war es dann im „Uebel und Gefährlich“ endlich soweit: Nicholas Müller betrat gemeinsam mit seinem neuen Musikprojekt „Von Brücken“ die Bühne. Zuvor war er über 13 Jahre lang der Frontmann und Sänger bei der Band „Jupiter Jones“, welche unter anderem Erfolge mit Songs wie „Still“ oder „Immer für immer“ feierten. Vor etwa einem Jahr stieg Müller aufgrund einer Angststörung dort aus um sich selber zu kurieren. Mit seiner Krankheit lebt er nun seit etwa 10 Jahren und wollte sie nun endlich behandeln lassen. Leider musste er erkennen, dass dafür eine Auszeit und somit der Ausstieg bei „Jupiter Jones“ von Nöten waren. Dort fand man schnell einen Ersatz am Mikrophon. Während Müller sich um seine Genesung bemühte fiel ihm immer wieder auf, dass es ohne die Musik nicht geht. Jedoch kam eine Rückkehr zu seiner alten Band nicht in Frage. So kam es dazu, dass er gemeinsam mit seinem alten Freund Tobias Schmitz ein neues Projekt aufzog: Von Brücken – bestehend aus acht talentierten Musikern.

Das allererste Konzert war berauschend. Als Nicholas endlich die Bühne betrat hörte man aus dem Publikum jemanden sagen „da ist er endlich“. Zunächst machte Müller einen etwas nervösen Eindruck. Doch diesen überspielte er schnell professionell und alles lief sehr gelassen ab. Mehrfach bedankte er sich beim Publikum und strahlte Freude aus. Er ist wieder da, an dem Ort wo er sich offenbar am liebsten aufhält und tut dies was er am besten kann: Singen auf der Bühne vor einem großen Publikum. Textlich erzählten die Lieder vom Leben und führen seinen Hörer zum gedanklichen Tiefgang ein. Hinter diesen Texten steckt mehr. Sie erzählen vom Tod, von der Angst und von der Liebe zu seinem eigenen Kind.

Im Ganzen sind wir froh, dass Herr Müller wieder zurück ist. Denn er hat in dem einen Jahr gefehlt und keiner wusste ob er wieder kommt. Schön, dass du wieder da bist Herr Müller.